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Der Barthelmesauracher
Schriftsteller
Karl-Gustav
Hirschmann ist mit fünf Gedichten
in einer neuen Anthologie vertreten
Robert Unterburger
LANDKREIS ROTH – Soll man mitten im Hochsommer vom Frühling
träumen? Warum nicht? Schließlich werden dem Frühling
Attribute zugeschrieben wie „Naturerwachen“, „neues
Leben“, „Aufbruchsstimmung“, „neue Liebe“, „Frühlingsgefühle“, „Frieden“.
Der Frühling hat die Dichter in allen Jahrhunderten zur
Poesie angeregt.
„
Träume den Frühling“ heißt eine neue Anthologie,
in der die Aufbruchsstimmung des Frühlings mittels moderner
Gedichte thematisiert wird. Um einem Missverständnis vorzubeugen,
muss aber gleich hinzugefügt werden: Es sind keine „Frühlingsgedichte“ im
herkömmlichen Sinn, in denen die erwachende Natur im Mittelpunkt
steht. Die Autoren greifen Alltagsthemen, Zwischenmenschliches,
Träume, Unausgesprochenes, Schicksale und ethisch-moralische
Probleme auf und setzen sich auch kritisch mit dem Zeitgeist,
mit gesellschaftlichen Missständen oder dem Versagen der
Politik auseinander.
Interessant für die Leser unserer Zeitung ist, dass in der
neuen Anthologie mit Karl-Gustav Hirschmann auch ein Autor aus
dem Landkreis Roth vertreten ist. Er hat fünf lesenswerte
und nachdenkliche Gedichte beigesteuert.
„
Berlin vor dem 1. Advent“ schildert die Enttäuschung
des Publikums angesichts des leeren Berliner Plenarsaals „hoch
droben in der entrückten Galerie“. In seinem zweiten
Gedicht, einem Kürzestgedicht, beschäftigt sich Hirschmann
mit dem Thema Klimawandel: „Verhungerst / du / Eisbär
/ oder / wirst / du / ertrinken?“
„
Nach einer schlaflosen Nacht: Überfall im Gaza-Streifen“ heißt
ein langes Anti-Kriegsgedicht, in dem sich der Barthelmesauracher
Autor aus der Sichtweise eines Kindes mit den furchtbaren Auswirkungen
des Krieges auseinandersetzt.
Humorvoll Hirschmanns Gedicht „Balkonien“. Der Reiz
dieses Gedichts liegt in der originellen Silbenverfremdung des
Namens der Adria-Stadt Rimini. Ein eindrucksvolles Beispiel für „Prosa-Lyrik“ ist
das Erzählgedicht „Die Flucht des Schwanes“,
in dem Karl-Gustav Hirschmann den Krieg der Amerikaner im Irak
ins Bewusstsein des Lesers rückt und gegen den Wahnsinn
dieses Krieges anschreibt. Dieses Gedicht schaffte es übrigens
bis zur Endrunden-Präsentation bei dem Wettbewerb „The
Good, the Bad and the Ugly“ des Radiosenders „m 94,5“ in
München. Der Autor durfte kürzlich das Gedicht dort
im Radio präsentieren.
Fazit: Ein lesenswerter neuer Gedichtband mit Lyrikerinnen und
Lyrikern, die mitten im Leben stehen und mit ihren Gedichten
für Nachdenklichkeit sorgen und drängende Fragen stellen.
Neben Karl-Gustav Hirschmann sind vertreten: Hans Hässig,
Günther Bach, Werner Saemann, Karin Ossenberg, Martin Hartjen,
Hanna Fleiss, Susanne Kristen, Manfred Burba, Walter Mathois,
Udo Kaube, Werner Leder, Lore Tomalla, Arnold Kirchner, Liza
Dorogova, Robby von der Espe, Marlies Blauth, Marko Ferst, Irmgard
Woitas-Ern, Andre´ Steinbach, Adelheid Weigl-Gosse, Hans-Peter
Grünebach, Norbert Rheindorf, Josef Machauer, Fred Mengering,
Sabine Hennig-Vogel, Angelika Zöllner, Johannes Sindl, Gregor
Stahnke, Alina Bongartz, Günter Kleemann, Jürgen Brauerhoch,
M. Wolfram Kutzscher, Izzy Cartwell, Hans Sonntag, Siegbert Dupke,
Anja M. Gundermann, Helga Thomas, Michael Kessler, Theo Klein,
Willi Corsten und Ingrid Dressel.
(Träume den Frühling. Gedichte. Herausgegeben vom
Literaturpodium, Dorante Edition, Berlin 2010, www.literaturpodium.de.
ISBN: 978-3-86901-941-3, 228 Seiten, 14 Euro; erhältlich
im Buchhandel und beim Autor: www.karlgustavhirschmann.de)
17.08.2010, Schwabacher Tagblatt; 18.8.2010, Roth-Hilpoltsteiner
Volkszeitung; Hilpoltsteiner Zeitung (regionale Ableger der „Nürnberger
Nachrichten“)
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